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Finanzkrise

Die Welt ist in eine Finanzkrise geraten, welche der aus den 30er-Jahren wenig nachsteht. Es ist noch in keiner Weise sicher, ob sich die Weltwirtschaft daraus wird befreien können. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die internationalen Finanzsysteme kollabieren.

In diesem Teil der WebSite soll die Krise analysiert und die Ursachen benannt werden.

Der dritte Präsident der USA, Thomas Jefferson, erklärte 1809, was passieren würde, wenn die Kontrolle über die amerikanische Währung Banken überlassen würde: »Ich bin davon überzeugt, dass die Bankinstitute eine größere Bedrohung für unsere freiheitliche Ordnung darstellen als stehende Armeen … Sollte das amerikanische Volk je zulassen, dass private Banken erst durch Inflation, dann durch Deflation die Kontrolle über die amerikanische Währung erobern, dann werden die Banken und die in ihrem Umfeld entstehenden Unternehmen … die Menschen all ihres Reichtums berauben, bis ihre Kinder eines Tages ... ohne ein Dach über dem Kopf aufwachen. Die Macht, Geld in Umlauf zu bringen … , muss den Banken entrissen und an das Volk zurückgegeben werden, dem sie von Rechts wegen zusteht.«

Bereits 1809 hat also Thomas Jefferson erkannt, wie die Manipulation erfolgt: Zuerst wird die Verschuldung mit Inflation gefördert. Danach wird ein Börsencrash provoziert. Im Rauch dieses Crashs bemerkt kaum einer, dass die Geldmenge massiv reduziert wird und die Deflation einkehrt. Die Deflation ist für Schuldner verheerend, sie verlieren früher oder später alle ihre Güter.

Das Erstaunlichste: Obwohl Thomas Jefferson das Rezept dagegen auch mitlieferte, wurde es bis heute, genau 200 Jahre später, nicht umgesetzt! Das Geld muss vom Staat geschaffen werden und nicht von den Banken!

Die Krise nimmt den folgenden Verlauf:

Bubble

Am Anfang steht eine Bubble, eine Blase prall gefüllt mit Geld, welches nur virtuell geschaffen wurde. Teils unter Mithilfe der Regierungen (USA), teils in einer eigentlichen Schattenwirtschaft der Banken. An den Notenbanken vorbei wurde Geld geschaffen, welches in der Dimension die Grösse des Welt-Sozialproduktes erreichte - also der Menge Güter, welche alle Menschen der Erde zusammen in einem Jahr zu erzeugen vermögen. Die CDS auf den MBS (Mortgage Backed Securities) und anderen Verschuldungen sind solche Bubbles.

Crash

Mitte 2007 wurde langsam klar, dass die Wertpapiere, welche die Banken sich gegenseitig verkauft hatten, ihren Wert verloren. Der Markt für diese Papiere brach komplett zusammen. Zuerst war nur der Bankensektor betroffen. Erste Banken mussten vom Staat gerettet werden, andere wie Lehman Brothers liess man fallen und untergehen.

Die Banken erkannten endlich das gefährliche Spiel. Keine traute mehr der anderen, der Interbankenverkehr kam völlig zum Stillstand. Lange hoffte man, dass sich die Realwirtschaft aus dem Spiel heraus halten könne. Da aber unser Geldsystem darauf basiert, dass die Banken Kredite vergeben, kam es, wie es kommen musste: Im September 2008 griff der Crash auf alle Märkte über und die Aktien der Unternehmen wurden im Wert dramatisch verringert. Geld wurde in rauen Mengen vernichtet.

Der Höhepunkt des Aktiencrashs wurde um den 8. März 2009 erreicht. Die Aktienmärkte waren um über 57 % (S&P 500) und 55 % (SMI) eingebrochen, die Panik auf dem Höhepunkt. Die gewaltige Vernichtung der Vermögenswerte führte zu einer Überschuldung von Firmen, Privaten aber auch von Pensionskassen. Die Investitionen wurden auf Null zurückgefahren.

Geldverknappung

Bis im November 2008 waren sämtliche Preise für Energie, Rohstoffe, Aktien wie auch Lebensmittel (Weizen, Soja) völlig eingebrochen. Dies war eine logische Folge der Geldvernichtung. Eine Geldverknappung führt zu sinkenden Preisen. Die Politiker waren zwar aufgeschreckt. Immer noch versuchten sie das Volk zu beruhigen und die Dimension des kommenden Desasters herunter zu spielen. Dabei müssten ihre Volkswirte bereits längstens gewarnt haben, von dem was da kommen musste:

Deflation

Die Deflation ist das Gegenteil der Inflation: Sinkende Preise. Auf den ersten Blick nichts Schlimmes, wir alle freuen uns, billiger einkaufen zu können. Die Deflation ist aber das Schreckgespenst aller Volkswirte: Die Konsumenten stellen den Konsum ein, weil ja alles billiger wird, die Zinsen der Notenbanken können nur bis Null gesenkt werden, es entsteht ein Realzins in der Höhe der Deflationsrate. Mit anderen Worten: Der Notenbank ist die Munition ausgegangen.

Die USA und die meisten Länder Europas haben heute Deflation. Nur wegen mangelhafter Erfassungsmethoden und weil einige Staatsbetriebe sowie das Gesundheitswesen immer noch glauben, die Preise erhöhen zu können, schlägt sich diese Tatsache in den offiziellen Zahlen noch kaum nieder. Im Gegenteil, es wird immer noch von Inflation geredet und geschrieben.

Die Schweizerische Nationalbank hat auf ihrer WebSite ein 2001 angefertigtes Simulationsspiel veröffentlicht: Das Geldpolitik-Simulations-Spiel MoPoS:

"MoPoS (kurz für: Monetary Policy Simulation Game) ist ein Computerspiel, mit dem sich die Benutzerinnen und Benutzer in die Situation einer fiktiven Zentralbank versetzen und die Geldpolitik einer einfachen virtuellen Volkswirtschaft simulieren können. Das Spiel wurde geschaffen, um die Benutzerinnen und Benutzer für die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Geldpolitik zu sensibilisieren."

MoPoS wurde vom früheren Nationalbank-Ökonomen Yvan Lengwiler entwickelt.

Das Spiel hat ein Problem: Es kann in die Liquiditätsfalle geraten. Das ist genau das, was der Weltwirtschaft nun geschehen ist. Der Autor beschreibt die Falle und die Aufforderung zur Behebung des Problemes ist aus heutiger Sicht fast prophetisch:

"Sobald die Modellwirtschaft tief genug in der Liquiditätsfalle sitzt und kein Schock gross genug ist, sie daraus zu befreien, gibt es daher auch keinen Ausweg. Es bleibt Ihnen nur, die Simulation abzubrechen und ein neues Spiel zu beginnen."

An dieser Stelle sind wir angelangt. Die Weltfinanzmärkte sind in eine unüberwindlichen Liquiditätsfalle geraten. Eigentlich ist "Game over". Man müsste das Spiel von neuem beginnen.

Nun beginnen die

Interventionen

Der Geldschöpfungsmechanismus unseres fraktionalen Geldsystems ist durch den Streik der Geschäftsbanken zusammengebrochen. Die Nationalbanken bieten ihnen das Geld zu 0% Zinsen, also gratis an. Trotzdem lehnen sie es ab, sie haben Angst, sie vergeben keine Kredite mehr, weder anderen Banken, noch der Industrie, noch an Private. Die Wirtschaft bricht zusammen, weil das Lebenselixier des Handels und der Wirtschaft ausgeht: das Geld.

Die Politiker begreifen nicht, was ihnen geschieht. Konzeptlos ergreifen sie populäre Massnahmen ("Wir wissen nicht was tun, Hauptsache aber, wir tun es schnell!"); blinder Aktivismus ist weltweit zu beobachten.

Details zu den staatlichen Interventionen.

Rettungsaktionen

Lehman Brothers wurde in der Hektik des zusammenbrechenden Finanzsystems fallen gelassen. Die weltweiten Auswirkungen schockten die verantwortlichen Politiker. Seither wird alles gerettet, was gross genug ist. Der Staat interveniert, koste es, was es wolle! Nachdem zuerst Banken und Versicherungen Milliardenpakete benötigten, greift nun die Krise auf die Realwirtschaft über. Nun fallen traditionelle Konzerne zusammen. Angesichts der drohenden Arbeitslosenheere kann sich kein Politiker leisten, nicht aktiv zu werden.

Die unvollständige Liste.

Krise der Staatsfinanzen

Unter Interventionen wurde oben geschrieben, dass die Banken keine Kredite mehr vergeben. Das stimmt, mit zwei Ausnahmen: Es werden nach wie vor die Geschäfte getätigt, welche die Banken als risikolos anschauen: Sie vergeben massenweise Hypothekarkredite und die wenigen autorisierten Grossbanken vergeben Staatskredite.

Die Vergabe der Staatskredite ist ein Supergeschäft, risikolos, solange man an die Sicherheit des Staates glaubt und das können die Banken. Die Staaten können nicht anders, um die riesigen Kollateralschäden der Bankenkrise zu beheben, müssen sie sich unendlich verschulden.

Solange die Zinsen für die Schulden tief bleiben, ist das schon schlimm. Wenn die Zinsen aber anziehen, dann folgt unweigerlich ein Desaster. Seit Monaten beherrschen Meldungen über drohende Staatsbankrotte die Medien. Neben den PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) werden aber auch die Staatsfinanzen der USA und England mit Sorge betrachtet, denn die sind kaum besser als diejenigen der PIIGS-Staaten.

Sollten bei einer Refinanzierung die Zinsen anziehen, dann wird allein der Schuldendienst diese Staaten ruinieren. Und die möglichen Investoren verlangen bereits viel höhere Zinsen.

Inflation oder Deflation?

Das Gros der Publikationen malt das gespenst der Inflation an die Wand. Betrachtet man die Grösse der Hilfspakete der Staaten und die damit geschaffene Geldmenge, dann kann man zum Schluss kommen, dass Inflation oder gar Hyperinflation vor der Türe steht.

Auf dieser Website wird versucht, die durch die Finanzkrise vernichteten Vermögens- und Geldmengen in Zahlen zu fassen. Wenn da von weltweit vernichteten Vermögen von bis zu 50'000 Milliarden USD ausgegangen werden muss, dann sind die weltweiten Hilfspakete in der Grössenordnung von 5'000 Milliarden gerade mal 10 %. Das bedeutet, dass die Vermögens- und Geldmenge nach wie vor viel geringer ist, als vor der Krise. In diesem Artikel hat es der Autor schön zusammengestellt. Solange die Geldmenge aber so geschrumpft ist, muss mit Deflation und nicht Inflation gerechnet werden.

Dass wir nach wie vor in einer deflationären Phase stecken, darauf deutet auch das Verhalten der Notenbanken der Welt hin: Ausser der australischen hat noch keine die Zinsen angehoben.

Dabei wäre Inflation wohl die einzige, politisch machbare Lösung zur Reduktion der gewaltigen Staatsschulden. Die hochverschuldeten Staaten wären sehr interessiert an einer kräfigen Inflation. Der IWF bereitet das politische Klima dafür bereits vor.

Die Frage Inflation oder Deflation muss mittlerweile sehr kontrovers beantwortet werden. Es zeigt sich, dass wir wohl beides zusammen haben. Die riesigen, neu geschaffenen Gelder der Notenbanken fliessen nicht in die normalen Kanäle. Wie dargelegt haben die Banken Angst, der Wirtschaft Kredite zu geben. Also fliesst das Geld nur in sogenannt sichere Kanäle. Die Preise in diesen Sektoren steigen, während sie in anderen Bereichen sinken (Sichwort: Asset Price Inflation).

Stand der Krise Frühjahr 2011

Die Signale aus der Wirtschaft sind kontrovers. Teilweise sind Wirtschaftszweige wieder am Wachsen. Es wird so sein, dass dies teils die Auswirkung der Rettunkspakete ist. Die Menschheit wird aber den Konsum nicht einstellen und eine gewisse Wirtschaftstätigkeit wird trotz Krise nötig sein.

In der Eurozone wurde ein deutlicher Aufschwung sichtbar. Die Autowerke haben wieder Lieferfristen wie zuvor. Die Luxuslimousinen verkaufen sich bestens - nach China!

In den USA hingegen ist die Erholung der Wirtschaft am Erlahmen. Jede 8. Person ist von Lebensmittelmarken abhängig.

Das Problem ist, dass dieses zu Übertreibungen neigende Geldsystem keine stabile Wirtschaftsgrundlage bietet. Die Staaten mussten retten, was zu retten ist, zuerst die Banken, dann die Grossfirmen. Nun fallen ihnen die Heere der Arbeitlosen zur Last. Ihre Verschuldung wird unweigerlich zu Staatsbankrotten führen, was aber gar nicht mehr vorgesehen ist. Im Euro-Raum haben sich sehr ungleiche Staaten in ein Boot gesetzt. Dieses Boot ist nun in einen Sturm geraten und man kann doch keinen Passagier opfern und in den Fluten untergehen lassen. Wird sich das Boot retten können? Ein Staatsbankrott in der Eurozone wird das Finanzsystem bis zur Grenze strapazieren. Es kann zusammenbrechen.

Wenn das Finanzsystem nicht vorher kollabiert, dann werden wir nach der Deflation in die Inflation und möglicherweise in eine Hyperinflation geraten.

Dieses Geldsystem ist nicht beherrschbar!

Daher muss ein neues Geldsystem her: Wir brauchen dringend eine Monetäre Modernisierung!

Verschärfung der Krise 2. Hälfte 2011

Nach vielen Wirren in der ersten Hälfte 2011, reagierte schlussendlich die Börse im August 2011. Der Deckmantel des billigen Geldes reicht nicht mehr um die Probleme zu beheben. An allen Ecken und Enden brennt es. Lesen Sie die aktuellen Entwicklungen unter 2011.

 

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