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Gefahren

Eine Krise diesen Ausmasses gab es seit langem nicht mehr. Der Aktivismus der Politiker birgt grosse Gefahren und kann jederzeit zu einem Kollaps des kranken Systems führen. Es ist immer gut, die Gefahren zu kennen.

Nichtwissen

Die Tatsache ist erschreckend, dass mindestens 99% aller Menschen nicht wissen, wie Geld entsteht. Es ist dabei nicht so, dass so viele Menschen dumm sind. Es ist wohl eher so, dass die Geldschöpfung ein Thema ist, über das zu wenig informiert wird. Bei praktisch jedem TV-Beitrag zum Thema Geld kommt eine Sequenz einer Gelddruckerei, in der Banknoten gedruckt werden oder von einer Presse, mit der Münzen gestanzt werden. So hat sich die Meinung tief in die Köpfe gegraben, dass die Nationalbank das Geld herausgibt. - Was ja zu einem kleinen Teil (5 bis 15% der Geldmenge M3) auch stimmt.

Was aber ein fraktionales Reservesystem bedeutet, können nur wenige Experten erklären. Obwohl die entsprechende Literatur und die entsprechenden Filme im Internet heute allen zur Verfügung stehen.

Wenn man ein Problem nicht versteht, kann man es auch nicht lösen!

Bubble in den Staatsanleihen

Auf der Flucht aus den Aktienmärkten haben die Anleger kaum Alternativen gefunden. Kleinanleger parkierten es auf Sparkonten, Grossanleger suchten in Staatsanleihen Renditen. Die entsprechenden Zinsen brachen bald ein und sind heute nahe bei Null. Die Staaten, belastet mit Rettungspaketen, nahmen das Geld gerne an.

Die Gefahr besteht nun darin, dass beim geringsten aufkommenden Zeichen von Inflation der Kurs dieser Staatsanleihen mit Nahe-Nullzinsen fallen wird.

Parallel dazu beginnen die Ratinagenturen (Dieselben Agenturen, welche über ihre Bewertung der CDS eine grosse Mitschuld an der Finanzkrise haben!) nun, die Staaten und ihre Kreditwürdigkeit zu hinterfragen. England verlor bereits die höchste Bonität, bei den USA hat es noch keine Agentur gewagt, diese herunter zu stufen. Griechenland steht vor dem Staatsbankrott.

Solange also die Deflation anhält, so lange werden die Geldgeber sich mit Nullzinsen abspeisen lassen. Sobald aber die Inflation einsetzt, werden sie risiko- und teuerungsgerechte Zinsen verlangen. Die Kurse der Nullzinspapiere werden tief fallen und entsprechende Löcher in den Portfolios hinterlassen, auch wenn die Papiere an sich noch sicher sind. Kommen Zweifel an deren Sicherheit auf, fallen sie noch tiefer.

Beispiel: Achtjährige UBS-Anleihen wurden auf dem Höhepunkt der Krise teils mit einem Abschlag von 16% gehandelt.

Diese Wertevernichtung trifft vorwiegend die Institutionellen Anleger. Die Versicherungen und Pensionskassen werden ihre vermeintlich sicheren Anlagen dahin schmelzen sehen. Die bereits bestehenden Unterdeckungen werden noch grösser, die Leistungen und Renten können nicht mehr bezahlt werden.

US-Staatsverschuldung

Auslandschulden USA

Schon heute hat sich der amerikanische Staat 2'900 Milliarden Dollar im Ausland geborgt, davon in China 1'954 Mia USD. Die offizielle Quelle spricht von 3'706 Mia USD per Ende Januar 2010. China fährt sein Engagement zurück, dafür baut Japan sein Engagement in US-Treasuries weiter aus. Nochmal andere Quellen sagen, dass Japan China bereits überholt hat. (Warum das kriselnde Japan das tut, sei dahingestellt. Vermutlich sind das Verpflichtungen aus dem 2. Weltkrieg.)

Die Schweiz hält mit 84.4 Mia USD mehr US-Staatspapiere als das zehnmal grössere Deutschland mit 49 Mia USD. Bemerkenswert!

Die einfachste Entschuldung für die Amerikaner wäre die Inflation und damit ein sinkender Dollarkurs. Dies hat zwar Nachteile für die Einfuhren, aber der Vorteil der Entschuldung wiegt das bei weitem auf.

Die Chinesen sind sich dieser Gefahr sehr wohl bewusst. Sie stecken aber in der Zwickmühle: Jedesmal, wenn die USA sich weiter verschuldet, würde der Dollarkurs sinken, ausser China kauft wiederum weitere US-Staatsanleihen auf und erhöht somit sein Guthaben in den USA. Das Spielchen treiben die USA schon lange und China musste so die Schulden der Amerikaner finanzieren.

Zum Vergleich: Das Bruttosozialprodukt der USA betrug 2008 14'264 Milliarden USD.

Nun, die Chinesen sind schlau. Sie haben dies längst durchschaut und machen das Einzige, was ihnen übrigbleibt: Sie kaufen Güter mit Dollars.  Sie machen dies aber versteckt: Statt direkt von Handelspartnern zu kaufen, hat China Swap Agreements geschaffen, bei denen Waren und Dienstleistungen in Yuan anstatt in Dollar bezahlt werden. Bis jetzt gibt es diese Abkommen mit Argentinien, Südkorea, Hongkong, Indonesien, Malaysia und Belarus. Darüber hinaus existiert ein Abkommen zwischen China und Russland, das vorsieht, den Einsatz der eigenen Währungen im gegenseitigen Handel auszubauen. Ähnliche Pläne sind zwischen China und Brasilien im Gespräch. Dieses Netzwerk an Swap Agreements ermöglicht es China, direkt mit seinen Partnern zu handeln, ohne den Yuan an den offenen Markt bringen zu müssen, was eine Aufwertung mit sich bringen würde, und ohne den Dollar als Zahlungsmittel einsetzen zu müssen.

Man schätzt, dass die Chinesen sie ihre Dollarbestände monatlich um 50 bis 100 Mia USD reduzieren.

Mit dieser Rate des Guthaben-Abbaus geht es nur einige Monate und dann sind die Chinesen aus der Falle raus, sie müssen den Dollar nicht mehr stützen und der wird auf seinen wahren Wert fallen. Dieser voraussichtlich tiefe Fall wird verheerende Auswirkungen auf Besitzer amerikanischer Firmen- und Staatsanleihen haben. Zu den zu erwartenden Verlusten durch das Platzen der Bond-Bubble kommt noch das volle Währungsrisiko dazu.

Irgendwann werden die Amerikaner aufwachen und erstaunt feststellen, was nun bereits alles den Chinesen gehört. Gekauft zu Tiefstpreisen auf dem Höhepunkt der Krise. Bereits Saudi Arabien besitzt über 10% der Güter der USA. Die Chinesen werden die Saudis garantiert überholen.

Krise der Realwirtschaft

Lange Zeit sprach man von einer Finanzkrise. Durch den fast kompletten Ausfall der Banken und ihrer Geldschöpfung schlägt die Krise immer wie stärker auf die Industrie durch. Die Wirtschaft ist wie gelähmt. Konkurse häufen sich. Kreditausfälle sind die Folge.

Dies wird zu einer zweiten Welle der Finanzsystemkrise führen. Die Banken werden noch weniger Kredite vergeben und damit die Geldmenge weiter vermindern, was zu weiteren Konkursen führt etc. Die Spirale ist nicht aufzuhalten. Dieser Meinung ist auch der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber. Das System läuft sich tot.

Zweite Welle der Hypothekenkrise

In den USA werden in den nächsten drei Jahren grosse Volumen von Alt-A und Option ARM Hypotheken umgestellt, oft von der " Teaser Rate" von 1% auf einen deutlich höheren Zinssatz!

Diese Hypotheken wurden ebenso gebündelt weiterverkauft wie die SubPrime-Hypotheken. Die nächste Abschreibungswelle ist also gewiss. Die Expertenschätzung: Alt-A-Hypotheken sind in der Höhe von 1'000 Milliarden vergeben, dazu kommen Option-ARMS von ca. 600 Milliarden USD. Experten rechnen mit eine Ausfallqote von über 50 %.

Daneben verschärft sich die Krise der gewerblichen Hypotheken. Mit der andauernden und sich verstärkenden Krise der Realwirtschaft gelingt es den Unternehmen immer wie weniger, ihre Zinsen zu bezahlen. In den USA werden die Hypotheken zudem eher kurzfristig finanziert, beim üblichen Rollen der Hypothek werden höhere Zinsen gefordert, was wiederum die Ausfälle verstärkt.

Zusammenbruch des Finanzsystems

Wie sieht so ein Kollaps aus? Der Spiegel schreibt:

"Als bisher kritischsten Moment bezeichnete Grübel in einem Interview mit dem Schweizer "SonntagsBlick" die Phase im März 2009, als die US-Investmentbank Bear Stearns durch eine konzertierte Aktion von US-Notenbank und der Investmentbank J.P.Morgan vor dem Konkurs bewahrt wurde. Wäre diese vergleichsweise kleine Bank zusammengebrochen, hätten weltweit Millionen von Bankkunden ihre Einlagen zurückverlangt, und die Situation wäre außer Kontrolle geraten, erklärte der Banker. Das Bankgeschäft wäre über einen unabsehbaren Zeitraum hinweg gelähmt gewesen."

Bereits im September standen die Finanzsysteme haarscharf vor dem Kollaps. Der Kollaps wird also durch den sogenannten Bankrun ausgelöst: Die Bankkunden ziehen ihre Einlagen zurück. Wie der Name "Fraktionales Reservesystem" des Finanzsystems ausdrückt, ist nur ein Teil des Geldes tatsächlich vorhanden, der Rest wurde von den Banken selber erzeugt. Im Fall, dass ein Bankrun einsetzt, werden die Notenbanken gefordert und müssen der kollabierenden Bank die nötige Liquidität zur Verfügung stellen. Verlieren die Bankkunden das Vertrauen auf breiter Ebene, dann werden die Zentralbanken nicht mehr nachkommen, das System bricht zusammen.

 

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