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Intervention

Die Zentralbanken haben ihre Munition verschossen. Nun sind die Politiker gefragt. Tatenlosigkeit aber auch blinder Aktivismus kann beobachtet werden.

Die Zentralbanken haben ihre Standard-Munition (Zinssteuerung) verbraucht. Sie müssen an den Banken vorbei Geld in die Wirtschaft pumpen. Dies geschieht durch:

  • Kauf von Firmenanleihen
  • Kauf von Staatsanleihen

Dies geschieht bereits in der Schweiz und in den USA. Europa hat da mit der zentralisierten Notenbank eher ein Problem. Die Zentralbanken zusammen mit dem Staat versuchen zudem, die Banken zu sanieren, indem sie ihnen die faulen Wertpapiere abnehmen. Dies in der Hoffnung, dass das Bankensystem wieder in Gang kommt und wieder Geld geschaffen wird.

Viel mehr kann die Zentralbank nicht tun, die Politiker sind gefragt.

Diese haben mittlerweile ihre Berater angefragt und je nach politischer Couleur wird hier oder da geflickt. Oder auch gar nichts getan, wie die Berner: "Ja, da kommt eine Krise - aber wir haben das nicht budgetiert. Zudem haben wir eine Schuldenbremse. Und dann ist abzusehen, dass die Steuereinnahmen zurückgehen werden. Da können wir doch nicht ein Impulsprogramm machen!......"

Andere Politiker machen mehr oder weniger sinnvolle Aktionen, um die Wirtschaft anzukurbeln:

  • Verschrottungsprämie für Altautos (Ist in Deutschland sehr wirkungsvoll.)
  • Bargeld an kinderreiche Familien ausschütten, die werden es nicht sparen, sondern auch ausgeben
  • Steuersenkungen
  • Krankenkasse verbilligen

All diese Massnahmen finden in einem weitgehend unerforschten Umfeld statt. Was schreibt der Experte und Entwickler von MoPos noch 2001:

"Es ist umstritten, ob das Phänomen der Liquiditätsfalle mehr ist als eine theoretische Möglichkeit mit geringer praktischer Bedeutung. Das Konzept wurde von verschiedenen Ökonomen zur Erklärung der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahren verwendet. Die Liquiditätsfalle geriet aber zunehmend in Misskredit, da sich kein vergleichbares Beispiel mehr fand. Krugman (1998, 1999) griff allerdings kürzlich auf diese Idee zurück, um die Wirtschaftsentwicklung in Japan in den 1990er Jahren zu erklären."

Wir stecken mitten drin in der Liquiditätsfalle! Es läuft also momentan ein weltweites Experiment ab. Und wir sind die Versuchskaninchen.

Der oben stehende Text wurde am 2. August 2009 geschrieben. Am 6. Mai 2010 und den folgenden Tagen eskalierte die Situation im Euroraum. Mit dem sogenannten Flash Crash am 6. Mai wurden in den USA 20:45 MEZ innert 10 Minuten 1'000 Milliarden USD (!) Vermögen vernichtet und in den kommenden 15 Minuten weitgehend wieder hergestellt. Dem Publikum wenig bekannt ist, dass es in dieser Zeit eine gewaltige Umverteilung der Vermögen gab. Ausgelöste Stop Loss Orders verkaufen Aktien, welche andere billigts kaufen konnten. Ein Extrembeispiel ist die 40 USD-Aktie, welche auf wenige Cents fiel. Die Börsen wickleten später Handel wueder rückwärts ab, welche unter 60% des ursprünglichen Wertes gehandelt wurden. 

In der Folge dieses Ereignisses wurden am Freitag die Bond-Märkte weitgehend illiquid. In einer spektakulären Aktion wurde am folgenden Wochenende der sogenannte "Rettungsschirm" mit unglaublichen 700 Milliarden Euro für die überschuldeten Euroländer gespannt. Seither ist es der Europäischen Zentralbank EZB erlaubt direkt in die Märkte einzugreifen. Auch Europa nutzt nun die Möglichkein der ganz oben erwähnten direkten Interventionen.

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