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Extragewinne

Wenn Banken neues unbares Geld aus dem Nichts schöpfen dürfen, streichen sie dadurch Extragewinne ein. Sie verleihen das Geld an ihre Kunden zum vollen Darlehenssatz, während sie selbst kaum Habenzinsen für ihre Einlagen auf laufenden Girokonten bezahlen.

Der Extragewinn der Banken aus der Giralgeldschöpfung lag in Deutschland zuletzt bei schätzungsweise 16–23 Mrd € im Jahr (vgl. 1.7). Das bewegt sich bei einem Fünftel der Zinsüberschüsse der Banken in Höhe von 92 Mrd € in 2007, und bei einem Sechstel des Gesamtertrags der Banken in Höhe von 125 Mrd € (Bundesbank Monatsberichte, Sep 2008, 16). Dieser Extragewinn bleibt den Bankkunden und der Öffentlichkeit verborgen, weil die meisten Menschen nicht genau verstehen, wie die multiple Geldschöpfung im fraktionalen Reservesystem funktioniert.

Die Banken-Extragewinne aus der Geldschöpfung können durchaus als eine Art Privatsteuer angesehen werden, die von den Geldbenutzern an die Banken gezahlt werden müssen. Eine solche Privatsteuer widerspricht unserem heutigen Rechtsempfinden. Sie ist illegitim, ungerecht und hat negative Auswirkungen. Ökonomisch verstösst sie gegen das Prinzip des fairen Wettbewerbs, ohne den eine effiziente Marktwirtschaft nicht funktionieren kann. Es darf nicht sein, dass Bürger, Betriebe und Regierungen Extragewinne der Banken finanzieren müssen. Es gibt keinerlei sozialen, wirtschaftlichen oder sonstigen Grund, der es rechtfertigen würde, dass Regierungen den Geschäftsbanken eine solche Abschöpfung gestatten. Vielmehr muss das genaue Gegenteil gefordert werden: Alle Gewinne aus der Geldschöpfung sollen dem Staat als öffentliche Einnahme zur Verfügung stehen.

 

Quelle Prof Huber.

 

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