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Geldsystem

Alle Länder dieser Welt haben heute das fraktionale Reservesystem. Dies ist bereits 500 Jahre alt und kaum einer versteht es. Was man nicht versteht kann man auch nicht hinterfragen.

Geld als Schuld

Unser heutiges Geld- und Bankensystem beruht immer noch auf dem 500 Jahre alten fraktionalen Reservesystem, das für Metallgeld konzipiert wurde.

Die Geschäftsbanken müssen vom ausgeliehenen Geld nur einen bestimmten Prozentsatz Geld bereit halten, falls Kunden einen Rückzug verlangen, den Reservesatz. Oder anders ausgedrückt: Die Banken müssen nur wenig Geld von den Kunden oder der Nationalbank aufnehmen, den grossen Teil des Geldes schöpfen sie selber - aus dem Nichts. Geld wird in dem Moment geschaffen, wo jemand eine Schuld auf sich nimmt.

Im einem Text aus einer Nationalbankbroschüre von 2001 wird dieser Vorgang schön beschrieben.

Noch viel illustrativer ist der Film "Geld als Schuld".

Banken schaffen Geld aus dem Nichts, indem sie Kredite vergeben.

Führen wir uns das nochmal vor Augen:

  • Geld entsteht nur, wenn sich jemand verschuldet
  • Umkehrschluss: Eine schuldenfreie Gesellschaft kann es nicht geben, denn dann existiert kein Geld mehr
  • Die Macht Geld zu erschaffen wird von unserer Gesellschaft den Banken übertragen - dies sind in der Regel private Gesellschaften
  • Das Einkommen aus der Geldschöpfung wird den Banken überlassen
  • Werden keine neuen Kredite vergeben, stagniert die Geldmenge
  • Fallen Kredite aus oder werden sie zurückbezahlt, wird die Geldmenge verkleinert.

Zinsen

Sollte es sein, dass wir die Tatsache akzeptieren, dass die Geldschöpfung und die Vorteile daraus privaten Organisationen (den Banken) überlassen werden, dann findet man den nächsten ungeheuerlichen Mangel in diesem System: Das Geld für die Zinsen wurde nie geschaffen! Es fehlt schlicht im System.

Machen wir ein Beispiel: Jemand baut ein Haus und nimmt eine Hypothek von 500'000 auf (CHF, EUR oder USD ist hier mal egal) mit einem Zinssatz von 5%. Die Bank schreibt die Zahl von 500'000 in den Vertrag und schafft damit aus dem Nichts das Geld. Nach 15 Jahren beläuft sich die Summe von Hypothek und Zinsen auf 1'000'000. Der Hausbauer arbeitet fleissig und muss jedes Jahr seine Zinsen bezahlen und schafft es, die Hypothek nach dieser Zeit zurück zu zahlen. Für die 500'000 an Zinsen musste jemand anderes sich verschulden und damit das Geld schaffen, damit der Hausbauer durch fleissiges Arbeiten sich schlussendlich aus der Schuld befreien kann.

Zinsen erfordern also ein Wirtschaftswachstum in gleicher Höhe wie der Zinssatz.

Zinseszinsen

Wie bereits im vorigen Beispiel angedeutet wurde, führen die Zinseszinsen zu einem exponentiellen Wachstum. Mit 5% Zinsen verdoppelt sich eine Schuld in 15 Jahren und vervierfacht sich in 30 Jahren.

Wenn exponentielles Wachstum endlichen Raum stattfindet, so wird dieses stets in einer Explosion oder in einem Crash enden. Nun ist unser Planet Erde ein sehr begrenztes System. Das Schlimmste, was man ihm antun kann, ist ein exponentielles Wachstum.

Der Crash Course von Chris Martenson visualisiert das Problem in dramatischer Weise. (Film, englisch)

Instabiles System

Die Geldmenge einer Volkswirtschaft sollte sich den Veränderungen dieser Volkswirtschaft stetig anpassen. Das Geld muss genau in der richtigen Menge vorhanden sein, damit eine Wirtschaft prosperiert.

Ist zu wenig Geld vorhanden, dann geschieht Schreckliches:

  • Nach dem Zerfall des Römischen Reiches war keine Autorität mehr da, welche Geld schuf. Europa verfiel für tausend Jahre ins "finstere" Mittelalter.
  • Die Krise der 1930er Jahre ist darauf zurück zu führen, dass die Geldmenge drastisch zurückging.
  • In der aktuellen Krise ist viel Geld vernichtet worden, die Gelderzeugung über die Banken ist zusammengebrochen. In der Folge kollabieren die Vorlkswirtschaften.

Die Notenbanken haben als wichtigstes Instrument zur Steuerung der Geldmenge den Leitzins zur Verfügung. Das heisst sehr vereinfacht, dass die Notenbank den Geschäftsbanken das Geld mehr oder weniger teuer zur Verfügung stellen. Werden die Zinsen erhöht, werden Kredite unattraktiv, mit der Zeit werden weniger Kredite aufgenommen und damit wird das Geldmengenwachstum abgeschwächt und die überbordende Wirtschaft abgebremst.

Umgekehrt wird eine serbelnde Wirtschaft mit tiefen Zinsen zu Krediten ermuntert, damit Geldmengenwachstum und schlussendlich das Wirtschaftswachstum angekurbelt wird.

Wer im Abschnitt "Geld als Schuld" gesehen hat, wie oft die Banken wieder Geld aus Geld schaffen, erkennt, wie träge so ein System sein muss.

Ein bekanntes träges System ist der Duschenschlauch. Vom Moment an, wo der Warmwasserhahn aufgedreht wird, bis zum Moment, wo warmes Wasser kommt, besteht eine Totzeit. Niemand steht unter die kalte Dusche, dreht voll auf heiss, verbrüht sich, dreht auf eiskalt und so weiter. Früh haben wir gelernt, den Regler mal auf die Mitte zu stellen, zu warten, mit dem Finger zu fühlen, nachjustieren und dann wenn es stimmt, darunter zu stehen.

Nun, der Duschenschlauch hat eine Totzeit von Sekunden. Die Währungssysteme haben eine solche von Monaten und Jahren. Sie sind ungleich schwieriger zu regeln. Konjunkturzyklen sind nicht nur auf die dummen Produzenten zurückzuführen. Die unzulänglichen Währungssysteme provozieren diese Zyklen geradezu.

Das Simulautionsspiel MoPos der Schweizerischen Nationalbank zeigt, wie schwierig diese Aufgabe in normalen Zeiten ist.

Geschieht eine grosse Störung an einer Stelle des Systems, so gerät es total ausser Kontrolle, es ist nicht mehr beherrschbar. Vergleichbar mit einer leeren Warmwassererzeugung im Duschenbeispiel: Da nützt kein Regeln mehr.

Im Spiel MoPos wird dies mit der Liquiditätsfalle beschrieben. Damals glaubte noch keiner, dass das vorkommt, nun sitzt die ganze Weltwirtschaft in dieser Falle.

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