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SNB definiert Untergrenze des Franken von 1.20 gegen den Euro.

Die Politik begrüsst den Schritt. Für die Schweiz ist dies langfristig alles andere als gut.

Die Exportindustrie ächzte unter der Last des hohen Wechselkurses des Franken.

Die Verbraucher hingegen profitierten - wenn auch nicht genug - vom starken Franken.

Ist diese Untergrenze nun eine Lösung?

Klaus Wellershoff sagt im Interview mit Newsnetz:

"Sie halten eine höhere Inflation also für kein gutes Rezept gegen den überbewerteten Franken?
Vielleicht wird die Nationalbank nicht darum herumkommen. Wenn der Euro gegenüber dem Franken nochmals abstürzt, wird sie wohl eine untere Wechselkursgrenze definieren müssen. Ich halte dieses Instrument für gefährlich. Bevor wir es anwenden, sollten wir uns die Kosten davon vergegenwärtigen. Die Nationalbank wird das Wechselkursziel mit massiven Devisenkäufen verteidigen müssen – was höhere Inflation bedeutet: Ich sehne diesen Moment nicht herbei."

Nun ist der Moment da. Die Nationalbank wird Milliarden aufwenden müssen um gegen die Hedge Funds anzukämpfen und wird die Schlacht schlussendlich doch verlieren. Bis dahin wird der Franken aber bereits massiv geschädigt sein. Die 66 Milliarden für das UBS-Debakel werden uns im Vergleich wie Peanuts erscheinen!

Christoph Blocher: «Diesen Krieg muss die Nationalbank nun gewinnen.»

Das sieht er schon richtig: Die SNB und damit die Schweiz ist in einen Krieg eingetreten: Gegen die Hedge Fund-Industrie dieser Welt. Einen Krieg gegen einen übermächtigen Gegner. Auf der anderen Seite haben wir heruntergewirtschaftete Währungen wie der USD und den EUR. Der Franken muuss also genauso kaputt gemacht werden, damit dieses Wechselkursziel erreicht wird. Keine schönen Aussichten.

Martin Bäumle am Montag 22. August 2011

"Das Gejammer über die Frankenstärke bringt uns nicht weiter, denn eine Frankenstärke bietet Chancen und hat viele Gewinner und ist grundsätzlich besser als eine Frankenschwäche für Konsumenten. Die Gewinner schweigen weitgehend und stecken die Gewinne ein."

"Dabei sind politische Forderungen nach Kurszielen oder fixen Währungsanbindungen heikel und könnten langfristig grösseren Schaden anrichten für die Schweizer Volkswirtschaft als Ruhe zu bewahren"

Ruedi Noser im Newsnetz von heute:

Ein «Ja, aber» erhält die Nationalbank von FDP-Nationalrat Ruedi Noser: «Für die Wirtschaft ist es wichtig, einen verlässlichen Wechselkurs zu haben. Daher müsste man den heutigen Schritt der SNB begrüssen. Aber damit bindet sich die Schweiz temporär an die Geldpolitik der Euro-Zone. Das ist im Prinzip eine Wette auf Sarkozy, Merkel und Berlusconi.»

Da können wir uns ja freuen!

 

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